
Zu den Themenbereichen TIERVERSUCHE, PELZTIERE und MASSENTIERHALTUNG zeigen wir nachfolgend Auszüge aus dem Informationsmaterial des
Bundesverband der
Tierversuchsgegner- Menschen für Tierrechte e.V.
Die Katzenhilfe Aachen e.V. ist diesem Dachverband als Mitgliedsverein angeschlossen. Weitere, ausführliche Informationsschriften zu diesen Themen können Sie beim Bundesverband anfordern.
Was versteht man unter "industrieller Massentierhaltung"?
Die meisten haben noch nie in diese Haltungen hineingesehen, denn sie sind fensterlos und an der Tür steht "Zutritt verboten!" Und doch leben in diesen Schuppen, Bunkern und Hallen Hunderte, oft Tausende, ja, in den Legebatterien Hunderttausende von Tieren auf engstem Raum. Es sind junge und darum besonders bewegungsfreudige Tiere in erzwungener Bewegungslosigkeit, die sich steigernd quälerisch auswirkt. Man hat den Tieren in ihren Boxen und Käfigen nur so viel Platz gegeben, wie ihr eigener Körper einnimmt - der Legehenne eine Bodenfläche von der Größe einer 3/4 Schrelbmaschinenseite; bis zu 22 Masthähnchen stehen auf 1 qm; für ein Schwein von 50 kg Gewicht hält man 1/3 qm "Lebensraum" für ausreichend, so daß die Tiere nur noch wie die Sprotten in der Kiste liegen können.
Die Tiere stehen über dem Dunst ihrer Exkremente - Kälber und Mastrinder auf Lattenrosten, durch die der Kot durchgetreten wird, Schweine neuerdings auch auf Metallrosten, und die Legehennen auf schrägem Maschendraht, damit die Eier abrollen. Ein Stallboden mit Stroheinstreu. die den Tieren wenigstens ein weiches Lager gäbe, wurde mehr Arbeit bedeuten. Daß die Tiere bei dem monatelangen Stehen auf den unebenen Boden oft an schweren Erkrankungen der Knochen, Gelenke und des Bandapparates leiden, ist zwar störend -, weil es die ,Leistung" die das Mast- und Legeergebnis evtl. beeinträchtigt - aber Arbeitsersparnis ist für den Produzenten der ausschlaggebende Gesichtspunkt.
Um Kannibalismus zu verhindern und Futter einzusparen, halt man Schweine und Kälber in Dunkel- und Dämmerlichtställen, die nur zur Fütterungszeit zweimal am Tag 20 Minuten ausreichend beleuchtet werden. Die Legehenne muß dagegen in ihrem Dämmerlichtstall am Ende der Legeperiode immer l"ngere Beleuchtungszeiten aushalten, damit die letzten Reserven für die Eiablage mobilisiert werden; und das künftige Brathähnchen wird bis zu 22 Stunden. ja, sogar dauernd beleuchtet, damit es durch vermehrte Futteraufnahme schneller wachst. Nur vor der Schlachtung wird für eine Nacht das Licht ausgeschaltet - die Tiere liegen dann wie tot auf dem Boden der Halle.
Das Futter ist konzentriertes Leistungsfutter. Dem Kalb gibt man - wie es 2 - 3 Wochen nach seiner Geburt erforderlich wäre - kein Rauhfutter, sondern nur Milchaustauschstoffe, so daß das Tier nach seiner Mästung nicht mehr lebensfähig ist, weil die Verdauungsorgane durch diese unnatürliche Fütterung nicht voll ausgebildet werden
Man sorgt in den fensterlosen Ställen für eine gleichmäßige Temperatur und Luftfeuchtigkeit wodurch die natürliche Widerstandskraft der Tiere geschwächt wird. Die Kälber läßt man bei 30 bis 36°C Warme und hoher Luftfeuchtigkeit schwitzen, damit sie mehr Flüssigkeit aufnehmen. Tiergerecht waren bei kleineren Kälbern 15 bis 20°C, bei größeren 10 bis 15°C. Auch Schweine hält man z.T. in solchen "Schwitzkästen".
Daß in diesen Haltungen im allgemeinen doch noch der für den Gewinn ausreichende Bestand am Leben bleibt, verdankt man der chemischen Industrie. Ohne ihre Medikamente und Antibiotika, die dem Futter oder Trinkwasser beigemischt oder prophylaktisch durch Impfungen gegeben werden, ließen sich diese Haltungen von bewegungslosen Tieren auf engstem Raum im Dunkel- oder Dämmerlichtstall nicht durchfuhren. Mehr als die Hälfte der Weltjahresproduktion von Antibiotika wird zur Zeit an Nutztiere verfüttert.